Ihr SanfteGeburt® Blog

Inspirationen für eine angstfreie,
natürliche und sanfte Geburt

Die Kraft der Atmung

Die Kraft der Atmung spielt bei der Geburt eine ganz entscheidende Rolle. Bildquelle: Fotolia_55971945_@Robert_Kneschke_XS

Die Kraft der Atmung ist eine Kraft, die jedem Menschen zur Verfügung steht, aber nur von den wenigsten wirklich genutzt wird. Diese Seite soll dich vor allem im Hinblick auf Schwangerschaft und Geburt mit dieser Kraft bekannt machen.

Im ganzheitlichen Konzept von SanfteGeburt® kennen wir 6 Kräfte:

Jede einzelne dieser Kräfte kann die Geburt total sanft und leicht machen. Aber harmonisch miteinander kombiniert, fein abgestimmt auf dich, können sie Wunder vollbringen.

Richtige Atmung = Kraft der Atmung

Eigentlich kamen wir alle mit einem wirklich perfekten Atem in diese Welt. Babys und noch sehr kleine Kinder atmen sanft, rhythmisch und in den Bauch. Aber sobald sie beginnen, ihre Persönlichkeit zu entwickeln, wandert die Atmung langsam immer weiter nach oben in die Brust. Der Grund dafür sind Erfahrungen mit Zorn, Angst, Schmerz oder Frust.

Gerade unter Stress und Angst wird der Atem flach und kurz, und geht direkt in die Brust.

Der Sauerstoff geht natürlich in die Lunge – also in den Oberkörper – das ist klar. Aber der Atem geht in den Bauch – oder sollte in den Bauch gehen.

Wir atmen, um Sauerstoff in den Körper zu holen, aber wir atmen auch deshalb, weil der Atem das Bewusstsein mit dem Körper verbindet – und das ist die eigentliche Kraft der Atmung.

Lösen der Anspannung

In deinem Atem spiegelt sich das, was du denkst und fühlst und damit auch, wie du handelst. Stehst du unter Stress oder hast du Angst, wird dein Atem flacher und hektischer: Dein Körper braucht mehr Sauerstoff, um kämpfen oder flüchten zu können. Außerdem sammelt sich mehr Blut in der Arm- und Beinmuskulatur. Blut, dass dir bei der Geburt im Gebärbereich fehlt. Aber auch in deinem Kopf überschlagen sich die Gedanken, denn dein Bewusstsein sucht fieberhaft nach einem Ausweg. Das ist unser Erbe aus tausenden Jahren Entwicklung.

Aber das ist nur die eine Seite der Atmung. Die Seite, die dein Denken und Fühlen widerspiegelt. Die eigentliche Kraft der Atmung findet sich auf der anderen Seite: Das ist die Seite, die auf Denken und Fühlen Einfluss nimmt und verändert.

Durch ganz bewusstes, ruhiges und rhythmisches Atmen tief in den Bauch, entspannt sich fast sofort dein ganzes Körper-Geist-System. Du verschwindest aus irgendwelchen Angstfantasien und landest im Hier und Jetzt. In dem, was wir bei SanfteGeburt® die kraftvolle Gegenwart nennen … und nur in dieser kraftvollen Gegenwart kannst du selbst bewusst entscheiden, wie du denken, fühlen und handeln willst – und je nach Phase der Geburt mag das etwas anderes sein.

Lass uns darauf ganz kurz eingehen.

Vier Phasen der Geburt

Während der Geburt hast du es mit vier „Atmungsideen” zu tun, also mit jeweils einer für jede Phase der Geburt:

  1. Die Kontraktionsatmung
  2. die Pausenatmung
  3. die Atmung während der Austrittsphase und
  4. die Atmung bis zur Nachgeburt.

Bei der Kontraktionsatmung geht es vereinfacht gesagt darum, im positiven Flow zu bleiben oder schnell wieder in ihn einzutauchen – oder anders formuliert: Die Aufmerksamkeit auf der Atmung zu halten, damit der Körper nicht von deinen Vorstellungen irritiert wird und die Geburt ganz natürlich vorantreiben kann.

Bei der Pausenatmung geht es darum, dich auf den nächsten Schritt einzustellen, positive Gedanken und Gefühle in den Mittelpunkt deiner Aufmerksamkeit zu rücken, sowie Kraft und Energie zu sammeln.

Bei der Atmung während der Austrittsphase geht es darum, den Körper aktiv dabei zu unterstützen, dein Baby nach draußen zu schieben und bei der Atmung bis zur Nachgeburt geht es schliesslich darum, den Glückshormonrausch zu genießen, der während dieser Zeit seinen Höhepunkt erreicht.

Aufmerksamkeit lenken

Im Grunde liegt die Kraft der Atmung darin, deine Aufmerksamkeit in die kraftvolle Gegenwart zu lenken. Das wiederum ist wichtig, weil du nur im Hier und Jetzt handeln kannst.

Um die Geburt selbstbestimmt Hand in Hand mit der Natur gestalten zu können, ist es nötig, Energie in die von dir gewünschte Richtung fließen zu lassen. Zugriff auf die Energie hast du aber immer nur im Hier und Jetzt. Sie existiert nirgendwo sonst.

Anders formuliert: Was auch immer gerade in deinem Kopf vor sich geht, ist deine Realität und damit dein Hier und Jetzt, weil sich deine Aufmerksamkeit darauf richtet – und nur deshalb.

Bist du in Panik oder stehst unter großem Stress, wie zum Beispiel bei der Geburt, entsteht der negative Flow ganz von selbst: Die Atmung wird flacher und hektischer und dein Denken und Fühlen überschlagen sich fieberhaft. Du hörst auf, bewusst und kontrolliert zu handeln, weil Angst- und Panikprogramme in deinem Gehirn das Handeln an sich reißen.

Richtest du aber stattdessen deine Aufmerksamkeit auf deinen bewusst geführten Atem, rücken Angst, Panik oder Stress sofort in den Hintergrund. Dadurch kannst du ganz bewusst in den positiven Flow eintauchen, in dem du so denkst, fühlst und handelst, wie du das für richtig hältst – und Stress oder Panik verschwinden aus deinem Bewusstsein.

Und das alles nur dadurch, weil du richtig atmest und dadurch deine Aufmerksamkeit bewusst unter Kontrolle hast. Deshalb heißt es auch:

„Wer seine Atmung beherrscht, beherrscht jede Angst.“

Dein Atem verbindet dein Bewusstsein mit deinem Körper und kann somit alles auslösen, was immer du willst. Darin liegt die Kraft der Atmung.

Piko-Piko-Atmung

Um dieses Verteilen der Energie – und wie das mit der richtigen Atmung zusammenhängt – kurz zu veranschaulichen, werfen wir einen Blick auf die Piko-Piko-Atmung.

Sie stammt aus der hawaiianischen HUNA-Philosophie und bedeutet in etwa Punkt-zu-Punkt-Atmung.

Um das kurz auszuprobieren, setze dich bequem hin und taste dich mit deinem Zeigefinger an die höchste Stelle deines Kopfes. Das muss nicht auf den Millimeter stimmen – ungefähr ist genau genug. Dann tippe mit deinem Zeigefinger behutsam zwei, drei Mal auf diese Stelle – nur um sie dir zu merken.

Danach legst du deine Hände in den Schoß – die brauchen wir jetzt erst Mal nicht mehr.

Schließe dann deine Augen und beobachte einfach ganz locker deinen fließenden Atem. Gerade zwei, drei Atemzüge lang, das reicht schon aus.

Beim nächsten Einatmen lenkst du deine gesamte Aufmerksamkeit an die Stelle, auf die du gerade noch mit dem Zeigefinger getippt hattest – an der Spitze deines Kopfes. Vielleicht hilft es dir, wenn du dir dort eine goldene Krone vorstellst.

Beim Ausatmen lenkst du deine gesamte Aufmerksamkeit dann auf deinen Bauchnabel. Vielleicht möchtest du dir dort eine kleine, leuchtende Sonne vorstellen.

Nochmal in Kurzform: Einatmen mit deiner Aufmerksamkeit an der Spitze deines Kopfes. Ausatmen mit deiner Aufmerksamkeit am Bauchnabel. Führe das nun 3-5 Mal mit geschloßenen Augen durch.

Energie lenken

Ganz ohne Anstrengung hast du jetzt (deine) Energie gelenkt – allein durch deine Atmung … in Verbindung mit (d)einer Vorstellung.

Ist einfach, oder nicht? Gut, dann lass uns einen Schritt weiter gehen.

Jetzt stell dir vor – und bitte nur vorstellen – dass du bei der Geburt bist und dass es Zeit für das Baby ist, geboren zu werden. Stell dir einfach nur vor, wie dein Atem durch deine Nase in dich einströmt, du kurz den Atem anhältst, um Druck aufzubauen, und du dann mit ganzer Kraft den Atem nach unten und mit ihm das Baby nach draußen schiebst. Ergibt sehr viel Sinn, nicht wahr?

Wenn du dir jetzt noch vorstellst, wie dein Körper zu diesem Zeitpunkt der Geburt weich und offen ist und dein Geist entspannt und in einem positiven Flow, wird sofort klar, warum so viele Teilnehmerinnen unseres Intensiv-Trainings wunderbare, einfache, sanfte und zügige Geburten erleben.

Aber das lässt sich noch toppen!

Singen, tönen, stöhnen

Die Kraft der Atmung bei der Geburt zeigt sich zum Beispiel, wenn man laut stöhnend ausatmet. Bildquelle: Fotolia_187331989_@ielanum_XS
Laut hörbar ausatmen wirkt auf die Zirbeldrüse, was zur Ausschüttung eines ganz besonderen Hormons führt: DMT

Natürlich lässt sich der Atem auch formen – durch singen, tönen und stöhnen.

Immer wieder höre ich von vielen Kursteilnehmerinnen, die mit sehr wenigen oder auch ganz ohne Schmerzen geboren haben, dass sie das unter anderem darauf zurückführen, bei der Geburt ihrer Stimme freien Lauf gelassen zu haben.

Will sagen: Sie haben sich selbst erlaubt, einen instinktiven, stimmlichen Ausdruck in das Ausatmen hinein klingen zu lassen – denn:

Wenn Frauen bei der Geburt beginnen zu tönen, brummen, summen, singen oder zu schreien, dann hat dies eine ganz besondere Wirkung.

Diese Wirkung liegt zum einen darin, dass man bis zu 50 % mehr Kraft mobilisiert.

Zum anderen – und das ist wirklich sehr interessant – wirkt dieses stimmliche Ausatmen auf die Zirbeldrüse – vor allem, wenn man ganz bewusst tönend ausatmet.

Die eigene Stimme schwingt nämlich auf einer ganz bestimmten Frequenz, welche die Zirbeldrüse aktiviert und das Ausschütten des Moleküls Diamethyltryptamin (DMT) veranlasst. Dr. Rick Strassmann, weltweit wohl der führende Experte zum Thema DMT, schreibt in seinem Buch:

Während DMT chemisch recht einfach aufgebaut ist, eröffnet uns dieses Bewusstseinsmolekül einen Zugang zu den erstaunlichsten und alle unsere Erwartungen übersteigenden Visionen, Gedanken und Gefühlen. Es stößt die Tür zu Welten auf, die jenseits dessen liegen, was wir uns vorstellen können.

(Strassmann – DMT, das Molekül des Bewusstseins S. 68)

Kannst du jetzt langsam ermessen, welche Kraft und Energie dir durch deine Atmung zuteil wird, wenn du sie ganz bewusst und konstruktiv bei der Geburt einsetzt?

Fazit

Es gibt keinen natürlichen Grund, warum Geburten schmerzhaft sein oder lange dauern sollten. Eher im Gegenteil. Die Geburt sollte ein wirklich wundervolles Erlebnis sein, das dich zum einen durch den Rest deines Lebens tragen kann und zum anderen dir vor Augen führt, wozu du wirklich fähig bist, wenn du die Geschenke annimmst, welche die Natur dir in die Wiege gelegt hat.

Fassen wir zum Schluss kurz zusammen:

  • Eine gute Atemtechnik beschert dir während der Geburt einen Hormoncocktail, der die Schmerzwahrnehmung besser unterdrückt als jedes bekannte Medikament.
  • Bewusstes Atmen führt in eine ganz natürliche, sanfte Trance – in das, was wir bei SanfteGeburt® Tiefenentspannung nennen und dich befähigt, Körper und Geist über deine Aufmerksamkeit zu lenken.
  • Verbunden mit deiner Stimme kann der Atem psychedelische Wirkung haben, in dem er das Molekül DMT ausschüttet und dich die Geburt wie von einem anderen Planeten erleben lassen kann. Und das auf ganz natürliche Weise, ohne Zugabe von Fremdsubstanzen.
  • Eine gute Atemtechnik ist leicht zu lernen und schenkt dir schon jetzt in der Schwangerschaft sehr viele Vorteile, wie zum Beispiel eine weit höhere Stressresistenz.
  • Durch die bessere Sauerstoffversorgung deiner Zellen funktioniert auch der Säure-Basen-Ausgleich besser, was dir schon in der Schwangerschaft mehr Wohlbefinden schenkt und die Geburt viel einfacher macht.

Die Kraft der Atmung lässt sich gar nicht überschätzen.

Und jetzt stell dir vor, wie Schwangerschaft und Geburt verlaufen können, wenn du alle Kräfte miteinander kombinierst …

Es liegt an dir, dich für das Beste im Leben zu entscheiden.

Ganz HERZlichst dein Team von SanfteGeburt®